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98 Segelflugzeuge in möglichst kurzer Zeit in die Luft zu bringen, das sieht sehr einfach aus, ist aber eine Meisterleistung. Fliegerisch, logistisch und vor allem organisatorisch. Peter Schwarz aus Kirchheim am Ries ist der Organisator der Schlepppiloten. Günther Schwarzer aus Aalen-Ebnat ist der Startleiter.
Für die Zuschauer auf dem Flugplatz Aalen-Heidenheim-Elchingen ein normales Bild: Segelflugzeuge werden von Motorflugzeugen in die Luft geschleppt. Doch relativ schnell stellt auch der unerfahrene Beobachter fest, dass die Taktzahl mit der die Flugzeuge starten ungewöhnlich hoch ist. In 10 Schleppflugzeugen vom Typ DR-400 „Jodel“ verrichten die Schlepppiloten Schwerstarbeit. In rund 80 Minuten sind alle 98 Segelflugzeuge der Deutschen Segelflugmeisterschaften am Himmel. Während der Startphase ist der Flugplatz Aalen-Heidenheim-Elchingen „PPR“. Das bedeutet, dass auf dem Flugplatz außer dem Schleppen der Meisterschaftsteilnehmer kein normaler Flugbetrieb stattfinden darf. Anfliegende fremde Flugzeuge dürfen nur in wichtigen, begründeten Fällen landen. Doch schon im Vorfeld der Meisterschaft war Peter Schwarz am Werk. Der Luftsportring Aalen hat nur 2 „Jodels“ zum Schleppen. Damit ein reibungsloser und homogener Ablauf der Schlepp-Prozedur gewährleistet ist, benötigen die LSR- Organisatoren aber mindestens 10 Flugzeuge.

Deshalb ist Peter Schwarz, der als Fluglehrer auch gute Kontakte zu den Vereinen in der „Nachbarschaft“ von Elchingen hat, „hausieren“ gegangen. Es war gar nicht leicht, so viele Flugzeuge des gleichen Typs zu finden. Das weiteste ist aus Braunschweig eingeflogen. Die Nachbarvereine aus Gerstetten, Giengen/ Brenz, Ellwangen und Bartholomä gehören inzwischen sowieso bei Wettbewerben partnerschaftlich fest dazu.

Unterschiedliche Flugzeugtypen einzusetzen ist nicht von Vorteil, da Überholmanöver in der Luft bei solchen komplexen Abläufen nicht gut sind. Im schlimmsten Fall müsste ein Flugzeug abdrehen und eine Warteschleife drehen, sollte ein langsameres Flugzeug vor ihm landen. Dadurch käme der ganze Schleppvorgang aus dem Rhythmus. Schwarz koordiniert auch die genaue Schlepp-Route, damit sich die Lärmbelästigung im Rahmen hält. Die Organisatoren vom LSR-Aalen haben besonderen Wert darauf gelegt, dass alle Schleppflugzeuge erhöhte Lärmschutzauflagen erfüllen. „Wir haben sehr gute Beziehungen zu unseren Nachbarn, die sind uns das unbedingt wert!“ so LSR-Vorstand Wolf Becker. Die Schleppgeschwindigkeit beträgt rund 130 km/h. Geschleppt werden die Segelflugzeuge auf 600 Meter. Dann wackelt der Pilot im Motorflugzeug mit den Tragflächen. Für den Teilnehmer im Segelflugzeug ist dies das Zeichen zum Ausklinken. Sobald das Segelflugzeug vom Seil weg ist, drosselt der Schlepppilot das Gas und beginnt mit dem Sinkflug. Kurz vor dem Aufsetzen, am Anfang der Landebahn, wirft er das Seil ab. Die „Jodel“ setzt mit ca. 120 km/h auf der Asphaltbahn auf. „Dieser Flugzeugtyp ist ideal geeignet für den Flugzeugschlepp!“ so Schwarz. Der französische 4-Sitzer ist ein echter „Allrounder“ und das Vereinsflugzeug schlechthin. Da die Maschine, übrigens fast ausschließlich aus Holz gefertigt, sehr leicht ist und einen starken Motor (180 PS) besitzt, sind Segelflugzeugführer von diesem Flieger seit 30 Jahren richtig begeistert. Bevor es losgeht, führt Peter Schwarz ein ausführliches Piloten- und Sicherheitsbriefing durch. Für den technischen Zustand der Flugzeuge sind die Piloten selbst verantwortlich.
Da die Segelflugzeuge bei Meisterschaften immer mit Wasserballast fliegen, ist besonders die Anroll- und Abhebephase sehr schwierig. Natürlich kommen nur die erfahrensten Piloten zum Einsatz. Gestartet wird, wie üblich, gegen den Wind. Landen müssen die Schlepp-Piloten meist gegen die Startrichtung, dann auch mit Rückenwind. Das ist notwendig, damit das zeitintensive Zurückrollen auf dem Rollweg entfällt. Peter Schwarz ist während der ganzen Zeit am Start und über Funk mit den Schlepppiloten in Kontakt.Für die Segelflugzeuge am Start ist Günter Schwarzer der zuständige Startleiter. Er organisiert alle 98 Segelflugzeuge am Boden.
Er legt die Start-Reihenfolge fest, ordnet die Schleppflugzeuge den Segelflugzeugen zu und gibt den Start frei. Die schweren Doppelsitzer kommen immer als letzte Klasse dran. Ihnen steht dann die längste Startstrecke zur Verfügung. mmerhin ist das gesamte Starterfeld fast 200 Meter lang. So dreht sich ein Rad in das andere. Ohne Schwarzers Anweisungen darf kein Schlepppilot Vollgas geben, kein Schleppzug starten. |